Was wäre eine Karnevalssitzung ohne eine zünftige Büttenrede, ohne jemanden, der das Publikum begeistert, ohne den Mann in der Bütt?
Es wäre sicher eine recht fade Angelegenheit. Über einen, der dieses Fach hervorragend beherrscht, wollen wir hier berichten, Erich Schlieper, ein Vollblutkarnevalist, weit über die Grenzen des Beckumer Karnevals hinaus bekannt. Ein Mann, der die Besucher einer jeden karnevalistischen Sitzung von den Stühlen reißt. Seit langem Mitglied der KG „Altes Blaues Viertel“. Wer erinnert sich nicht an seine Auftritte, bei denen er sein Können unter Beweis stellte? Bereits 1972 trug er seine erste Rede mit Bernd Bußkamp in dem Saal der Gaststätte „Nordpol“ vor. In den folgenden Jahren trat er allein auf. Jedes Jahr mit einer originellen und phantastisch vorgetragenen Büttenrede.
Dass die Ausarbeitungen solcher Vorträge mit viel Aufwand verbunden sind, ist wohl jedem klar. Da muss das Konzept erstellt werden, die Reime müssen passen und die Betonung an der richtigen Stelle liegen. Bei den Proben hatte Erich Schlieper eine große Hilfe, seine Tochter Diane. Unermüdlich hörte sie ihm zu und nannte die Punkte, die es noch zu verbessern galt. Sie fand soviel Gefallen daran, dass sie sich entschloss, selbst in die Bütt zu steigen. Sie hielt ihre erste Büttenrede, „Der Vatertagsausflug“, 1981 im Kolpinghaus.
1982 traten Vater und Tochter gemeinsam auf. Die Büttenrede „Kegeltour“ war ein Bombenerfolg.
ABV (Allgemeine Blaue Verunsicherung)
Neben Erich Schlieper gibt es, seit 1995, noch ein anderes vereinseigenes „Gewächs“. Die Gruppe „ABV“ (Allgemeine Blaue Verunsicherung).
Zu den Gründungsmitgliedern gehörten seiner Zeit: Michael Hülsmann, Martina und Michael Lenz, Manfred Schmetkamp, Peter Neudeck und Martin Wiggelinghoff. Sie glänzten bei ihrem ersten Auftritt mit einer Heino-Parodie. Martin Wiggelinghoff fungierte in den folgenden Jahren, bis 1999, als Leiter und Organisator der Gruppe. Leider verstarb er viel zu früh, im Alter von nur 36 Jahren. Durch sein Ausscheiden entstand eine große Lücke.
Im Laufe der Jahre wechselten nicht nur die Akteure der „Allgemeinen Blauen Verunsicherung“, sondern auch die Darbietungen. Begnügte man sich zuerst mit dem Playback-Gesang, folgten später auch noch tänzerische Darbietungen und der Life-Gesang.
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